„Masse und Klasse“- Reklame und Gebrauchsgrafik in der DDR

Reklame und DDR – Wie passt das zusammen? Ganz gut eigentlich wie zahlreiche Beispiele und eine aktuelle Ausstellung in Berlin belegen. Denn auch im realexistierenden Sozialismus gab es Produktwerbung und auch in der DDR fand man sie an jeder Ecke. Sie prangte von Litfaßsäulen, lief im Radio und im Fernsehen und war dennoch zurückhaltend in ihrer Anzahl und Aufmachung. Trotz Mangelwirtschaft und politischer Zensur erfanden haben findige Werbetexter, Grafiker und Designer innovative Reklameplakate und ansprechende Produktverpackungen gestaltet. Viele der bis heute überlieferten Beispiele fanden sogar höchste Anerkennung im westlichen Ausland. Während die Werbung im Westen oftmals versuchte, mit greller Aufmachung Kunden für bestimmte Produkte zu locken, gab sich die Werbung und Aufmachung von Produkten und Zeitschriften im Osten zurückhaltender. Kein Wunder eigentlich, denn ihre Aufgabe war es nicht, die Konkurrenz durch die schrillste und exotischste Idee zu übertrumpfen. Ziel war es, auf die Kunden pädagogisch einzuwirken und Ladenhüter und Überproduktionen loszuwerden.

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Werbeplakat des „FEWA“ Feinwaschmittels.
Quelle: eisen.huettenstadt.de/

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Landestypische Restaurants auf der Karl-Marx-Allee

Seit ich nach Berlin gezogen bin, spukte mir immer diese eine Idee im Hinterkopf herum: Ich wollte alle Länderküchen der Welt in meiner Stadt probieren. Ich bin mir ziemlich sicher, dass das auch möglich ist, aber bis jetzt bin ich immer nur zu meinen Lieblingsrestaurants gegangen (Vietnamesen, Burger-Läden, Sri Lanker, Spanier).
Zuzeiten der DDR gab es nur einen Platz, an dem man etwas „Exotisches“ probieren konnte: die Karl-Marx-Allee. Russisch? Rumänisch? Ungarisch? Man brauchte nicht lange zu suchen, denn auf der KMA gab es alles.

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Café Moskau, kurz vor der Eröffnung im Januar 1964.
Quelle: Eva Brüggmann, Bundesarchiv

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Die Platte ist Trend

Das Denkmal beginnt am Strausberger Platz. Kilometerlang erstrecken sich die klassizistisch inspirierten Gebäude die Karl-Marx-Allee bis zum Endpunkt Frankfurter Tor. Die Strecke vom Alexanderplatz, dem Zentrum Berlins, bis zum Strausberger Platz wird markiert von Plattenbauten. Rechts und links neben der Karl-Marx-Allee finden sich viele dieser Gebäude. Der Plattenbau, die arme Schwester der grandiosen Bauten der Karl-Marx-Allee. Aber ist die Schwester wirklich so arm?

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Karl-Marx-Allee und Strausberger Platz umzingelt von der „kleinen Schwester“.
Quelle: drsg98 – Fotolia.com

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Utopia inmitten von Berlin

Die Sonne scheint auf grüne Fassaden und wirft ihr Licht auf die vielen Solarpaneele der Karl-Marx-Allee, mit denen die Bewohner ihren eigenen Strom erzeugen. Lautlos gleitet die Hochbahn über die Trassen und bringt die Bewohner von A nach B. Wer durch die Straße geht, fühlt sich wie in einem schönen, grünen Utopia mit zukunftsweisender Architektur und viel urbaner Natur –  und das alles inmitten von Berlin.

Wenn das Projekt „Morgenstadt“ des Fraunhofer Institutes zur Wirklichkeit wird, könnte die Karl-Marx-Allee im Jahr 2035 bereits so aussehen:

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Das Projekt „Morgenstadt“ auf der Berliner Karl-Marx-Allee
Quelle: Fraunhofer

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