Auf den Spuren der DDR: 9 ehemalige Sehenswürdigkeiten der DDR

Die DDR Geschichte hat ihren ganz eigenen Charme. Wer gerne auf den Spuren der DDR wandelt, kann unweit vom Strausberger Platz Orte besuchen, an denen ehemals Sehenswürdigkeiten der DDR standen oder immer noch existieren und den alten Charme der DDR versprühen. In diesem Artikel geben wir Ihnen Tipps, wo Sie 9 ehemalige Sehenswürdigkeiten der DDR finden können.


1. Der Palast der Republik

Eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten der DDR war der Palast der Republik. Direkt am Alexanderplatz und gegenüber vom Berliner Dom gelegen, war er der Sitz der Volkskammer und gleichzeitig ein öffentliches Kulturhaus. In vielen Veranstaltungsräumen war Platz für Konzerte, Theater und Tanzveranstaltungen.

Palast der Republik - Volkskammer
Innern des Palast der Republik, Quelle: Wikimedia – Klaus Franke

Im neuen Jahrtausend wurde der Abriss des Gebäudes vom Bundestag beschlossen und der Weg bzw. Platz freigemacht für den Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses. 2008 wurde der Abriss abgeschlossen und seit 2013 wird an dem neuen Prestigegebäude gebaut.

Palast der Republik
Palast der Republik, Quelle: Wikimedia – Peter Heinz Junge

2. Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten

Dieses Gebäude war auch damals eine Sehenswürdigkeit und lag genau gegenüber dem Palast der Republik. Im Rahmen der Neugestaltung des Berliner Zentrums wurde der ehemalige Schinkelplatz und die Fläche der Berliner Bauakademie mit dem 145 Meter langen und 44 Meter hohen Haus bebaut. Von hier aus wurden ab 1967 die Geschicke der DDR-Außenpolitik gelenkt.

Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten DDR
Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten, Quelle: Wikimedia – Peter Heinz Junge

3. Pionierpalast Ernst Thälmann

Im Südosten von Berlin im Stadtteil Oberschöneweide liegt der Volkspark Wuhlheide. Bevor er Volkspark Wuhlheide hieß, wurde er in den 1950iger Jahren nach Verwüstungen durch den zweiten Weltkrieg umgestaltet und nach dem Vorsitzenden der KPD Ernst Thälmann benannt. Hier entstand 1979 auch der Pionierpalast Ernst Thälmann, der noch heute zum FEZ (Freizeit- und Erholungszentrum) gehört und genutzt wird.

FEZ Springbrunnen-ehemaliger Pionierpalast
FEZ Springbrunnen – im Hintergrund ein Teil des ehemaligen Pionierpalasts

Der Pionierpalast war damals eines der größten Zentren der Pionierhäuser in der DDR. Hier fanden viele kostenlose Freizeitveranstaltungen wie Mal-, Bastel-, Töpfer- und Nähkurse statt.
Der Park selbst wird heute noch immer von der Berliner Bevölkerung zur Erholung genutzt und jeden Sommer finden viele Konzerte in der Freilichtbühne statt. Sie bietet 17.000 Gästen Platz und ist damit die zweitgrößte Freilichtbühne Berlins.

4. Lenin-Denkmal

Natürlich hatte auch der Gründer der Sowjetunion sein eigenes Denkmal in der DDR. Aber nicht nur das. Das Lenindenkmal stand natürlich auf dem dazugehörigen Leninplatz. Der ehemalige Leninplatz ist nur wenige hundert Meter vom Strausberger Platz entfernt und heißt heute Platz der Vereinten Nationen.

Der Platz liegt am Eingang zum Volkspark Friedrichshain und wurde nach einem Architekturwettbewerb Ende der 1960iger Jahre umgestaltet. Zur Einweihung des neuen Platzes wurde auch die Leninstatue enthüllt. Sie bestand aus poliertem roten Granit und war 19 Meter hoch. Standesgemäß wohnten der Enthüllung der Statue rund 200.000 Besucher bei, darunter viele Vertreter aus anderen sozialistischen Ländern und natürlich viele Abgeordnete der DDR.

Lenin Denkmal Berlin
Lenin Denkmal Berlin, Quelle: Wikimedia

Nach der Wiedervereinigung wurde das Denkmal über mehrere Monate hinweg zurückgebaut und in 129 Teile zerlegt.
Heute steht an der Stelle des Denkmals ein Springbrunnen, der umgeben ist von 5 großen Natursteinen, die jeweils für einen der Kontinente stehen, auf dem sie gefunden wurden.

5. Centrum Warenhaus am Alexanderplatz

Für viele DDR-Besucher war auch das Centrum Warenhaus am Alexanderplatz eine Sehenswürdigkeit. Die Warenhauskette hatte ein unverkennbares Design der Fassade seiner Warenhäuser und war daher beliebt und bekannt als architektonische Sehenswürdigkeit bei DDR- Besuchern.

Centrum Warenhaus Berlin Alexanderplatz
Centrum Warenhaus Alexanderplatz, Quelle: Wikimedia – Müller

Das Gebäude am Alexanderplatz wurde im Gegensatz zu vielen anderen nicht abgerissen und beherbergt nun die Galeria Kaufhof. Leider wurde die für das Centrum Warenhaus typische Fassade entfernt. Ein Besuch auf dem Alexanderplatz lohnt sich natürlich noch immer, da sich hier viele DDR- Sehenswürdigkeiten wie das Gebäude „Das Haus des Lehrers“ oder die Weltzeituhr befinden.

6. Großgaststätte Ahornblatt

Nicht weit vom Alexanderplatz befindet sich das Wohngebiet um die Fischerinsel. Hier entstand von 1970-1973 die Großgaststätte Ahornblatt. Sie war für das Ministerium für Bauwesen und umliegende Schulen eine Gaststätte, die ca. 880 Gästen Platz bot. Gleichzeitig befand sich noch eine Ladenpassage in dem Gebäude. Den Namen erhielt das Gebäude für seine blattähnliche Dachkonstruktion.

Gaststätte Ahornblatt Berlin
Großgaststätte Ahornblatt, Quelle: Wikimedia – Axel Mauruszat

Nach dem Fall der Mauer wurde die Gaststätte als Technoclub genutzt und wurde unter dem Namen EXIT für seine regelmäßigen Partys bekannt. Trotz vieler Proteste begann der Abriss des architektonisch wertvollen Gebäudes am 19. Juli 2000. Somit verschwand eine weitere Sehenswürdigkeit der DDR.
Neben den ehemaligen Sehenswürdigkeiten bietet Berlin auch die Möglichkeit hautnah zu erfahren, wie das Leben in der DDR war.

An vielen Ecken und Enden Berlins sind Spuren seiner Geschichte sichtbar. Das gilt auch für die DDR: Für Ostalgie-Fans, die mehr über das Leben in der DDR erfahren wollen, gibt es in der Hauptstadt einiges zu entdecken. Wir zeigen Ihnen hier, was Sie nicht verpassen sollten, wenn Sie auf den Spuren der DDR-Bürger wandeln möchten.

7. Das DDR-Museum: DDR-Feeling hautnah

Eine der wichtigsten Adressen für Ostalgiker in Berlin ist die Karl-Liebknecht-Straße 1 in der Nähe des Berliner Doms: Hier befindet sich das DDR-Museum. Das interaktive Museum ist eine der beliebtesten Attraktionen der Hauptstadt. Die Besucher können hier einen Eindruck davon bekommen, wie der Alltag in der DDR ausgesehen hat. Ein Blick in die Schränke und Schubladen eines original eingerichteten DDR-Wohnzimmers, interessante Fakten zum Bildungssystem und auch die Möglichkeit, eine betriebsfähige Stasi-Abhöranlage zu sehen, verschaffen den Besuchern echtes DDR-Feeling.
image
Quelle: suze / photocase.de

8. DDR-Wohnkultur in der Musterwohnung WBS 70 erleben

Wer nach dem DDR-Museum weitere Eindrücke darüber gewinnen will, wie die Bürger der DDR gewohnt haben, sollte sich die Museumswohnung WBS 70 anschauen. In der mit DDR-Möbeln und Alltagsgegenständen eingerichteten Plattenbauwohnung in Hellersdorf steht noch ein Colorett-Farbfernseher in der Spanplatten-Schrankwand, in der Küche finden sich Rotkäppchen-Sekt und Dederon-Schürzen.
image
Quelle: mrgroove / photocase.de

Bleiben wir thematisch beim Thema Wohnen: In der Karl-Marx-Alle reiht sich ein mondänes Wohnhaus im „Zuckerbäckerstil“ an das andere. Zur Zeit der DDR war dieser architektonische Stil weit verbreitet, in Osteuropa finden sich heute noch viele solcher Gebäude. Die imposanten Berliner Gebäude stehen heute unter Denkmalschutz und bilden das längsten zusammenhängende Baudenkmal Deutschlands. Doch die ehemalige Prachtstraße der DDR ist nicht nur aus bauhistorischer Sicht interessant: Der DDR-Volksaufstand vom 17. Juni 1953 fand in der heutigen Karl-Marx-Allee statt. Er wurde von den Panzern der Roten Armee beendet.
image

9. DDR-like entspannen im Café Sibylle und die zwei berühmten DDR Kinos besuchen

Mit dem Kino Kosmos und dem Kino International liegen zwei DDR-Kultkinos in der Karl-Marx-Allee. Das Kino Kosmos verfügt über 3.400 Plätze war zu Zeiten der DDR das größte Lichtspielhaus des Landes. Wer vor oder nach einem Kinobesuch in der heutigen Karl-Marx-Allee einen Kaffee trinken wollte, kann das Café Sibylle besuchen. Mit originalen Wandbemalungen und Alltagsgegenständen aus den 50er Jahren lässt das Café auch heute noch DDR-Flair aufkommen.