DDR-Architektur – Historische Bildcollagen Ostberliner Gebäude und Plätze

Lange waren sie eingelagert und in den Archiven der Berlinischen Galerie verstaut. Doch das Stiftungsbündnis „Kunst auf Lager“ hat sie aus dem Archiv geholt und für das Galeriepublikum zugänglich gemacht.

Central Berlin - Berlinische Galerie


Die einzigartigen Collagen waren fast 40 Jahre in den Kellern der Berlinischen Galerie verstaut, da sie äußerst fragil sind. Erst nach einer aufwändigen und kostspieligen Restauration konnten die Kunstwerke ausgestellt werden. Dies wurde erst durch das Stiftungsbündnis möglich. Wer diese speziellen Collagen gestaltete und was darauf zu sehen ist, erfahren Sie in diesem Artikel.

Die Collagen

Sie waren eine neue und sehr lebendige Art, Architekturentwürfe zu präsentieren. Die Collagen machten im Vergleich zu einfacher visualisierten Entwürfen die Ideen greifbar und lebendig. Die Collagen wurden von dem Architekten und Grafiker Dieter Urbach kreiert und zeigen Entwürfe für die Freiraumgestaltung von Ost-Berlin, die verschiedene Architekten ausarbeiteten. Darunter waren die anerkannten DDR-Architekten Heinz Graffunder und Josef Kaiser in deren Auftrag Urbach die Collagen erstellte.

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Haus der Presse, Quelle: ©Dieter Urbach

Dieter Urbach, der 1937 in Beutniz-Crossen geboren wurde, verwendete für die Gestaltung der Collagen verschiedenste Materialien, wodurch die Restauration der Kunstwerke äußerst komplex war. Fotografien, die extra für die Collagen aufgenommen wurden, Zeitungsausschnitte, Zeichnungen mit Bleistift und Tusche verwendete er genauso, wie Airbrush und Deckweiß, um die Entwürfe der Architekten in seinen Collagen zu visualisieren.

Für die damalige Zeit waren Collagen dieser Art etwas ganz Besonderes. Heutzutage werden stadtplanerische Entwürfe relativ einfach am PC in 3D Modellen angefertigt und machen die Entwürfe greifbar und verständlich. Damals waren die fotorealistischen Entwürfe extrem aufwändig in der Herstellung und machten sie so sehr teuer.
Urbachs Collagen wurden als Reproduktionen auf Bauausstellungen und in Tageszeitungen gezeigt, da sie auch für ein Laienpublikum sehr ansprechend waren.

Die Orte

Das Zentrum von Berlin wurde im zweiten Weltkrieg stark geschädigt und viele Freiflächen entstanden durch den Abriss von einsturzgefährdeten Gebäuden. Diese Freiflächen sollten in Ost-Berlin mit neuen repräsentativen Gebäuden gefüllt werden. Darunter war unter anderem die Fläche vor dem Fernsehturm oder auch die Fläche gegenüber dem Berliner Dom, auf dem das ehemalige Stadtschloss stand. Hier entstand eines der bekanntesten Gebäude der DDR, der Palast der Republik.

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Marx-Engels-Platz, Quelle: ©Dieter Urbach

Auch hierfür fertigte Urbach eine Collage an. Sie zeigt den „Großen Saal“ mit Besuchern des Palasts der Republik auf einer festlichen Veranstaltung. Ein weiteres Gebäude, das durch die Collagen visualisiert wurde, war das Palasthotel, welches wie der Palast der Republik nach der Wende abgerissen wurde.

Collagen im Original bewundern

Die Collagen von Dieter Urbach können Sie in der Berlinischen Galerie im Original sehen. In der Sammlungspräsentation „Kunst in Berlin 1880-1980“ werden verschiedene Kunstwerke gezeigt und abwechselnd präsentiert.

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Berlinische Galerie, Quelle: Nina Strassguetl

Um zu erfahren, ob die Collagen von Dieter Urbach gerade ausgestellt werden, können Sie die Sammlung online besuchen oder sich gleich durch die komplette Sammlung klicken. Hier geht es zu den Kunstwerken!