Diese Rocklegenden der DDR sollten Sie kennen

Wussten Sie, dass Bruce Springsteen in der DDR das bestbesuchte Konzert seiner Karriere hatte? 160.000 Karten sind offiziell verkauft worden, die Dunkelziffer liegt bei bis zu 500.000 Konzertbesuchern. Beim legendären Rocksommer 1988 begeisterten neben Springsteen auch Bryan Adams, Joe Cocker und Pink Floyd die Ostberliner Massen. Was gerne vergessen wird: Auch in der DDR selbst gab es eine agile Rockszene, die viele Bands hervorbrachte, die teilweise noch immer aktiv sind. Zum 30-jährigen Rocksommer-Jubiläum werfen wir in diesem Artikel einen Blick auf die bekanntesten und besonderen Rocklegenden der DDR.

Central Berlin - Rock Legends

City

Die Rockband „City“ um die Gründer Fritz Puppel und Klaus Selmke ist ein Urgestein der DDR-Rockgeschichte. Die Band gründete sich 1972 in Ost-Berlin und feierte schon 2012 ihr 40-jähriges Jubiläum. Der bekannteste Song der Band „Am Fenster“ aus dem Jahr 1977 ist bis heute sogar schon 10 Millionen Mal verkauft worden. Die Band ist noch immer fleißig am touren und spielt regelmäßig in ausverkauften Hallen.

City Band
City Band – Foto: Stefan Brending / , via Wikimedia Commons

Rocker auf der Bühne
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Silly

Eine weitere bedeutende Rockband der DDR ist „Silly“. 1978 in Ost-Berlin gegründet unter dem Namen „Familie Silly“, da nur „Silly“ von den DDR-Behörden auf Grund des Anglizismus nicht zugelassen wurde. 4 Jahre später akzeptierten die Behörden den Namen „Silly“ jedoch. Die Band überstand auch die Wendejahre und ist noch immer aktiv. Allerdings musste die Band 1996 einen schmerzhaften Verlust hinnehmen, als die charismatische Sängerin Tamara Danz im Alter von nur 43 Jahren an Krebs starb. In neuer Besetzung ist die Band noch heute aktiv und veröffentlichte erst 2017 ein Live Doppel-Album. Einer der noch heute bekanntesten Songs der Band ist „Bataillon d’Amour“.

Silly Band
Silly Band von Supernorbi at de.wikipedia (Eigenes Werk) [Public domain], via Wikimedia Commons

Konzertbesucher formt Herz mit den Händen
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Karat

Die Siebziger Jahre sind die Rockjahre in der DDR – so verwundert es nicht, dass die Rocklegenden von Karat im Herbst 1974 die gleichnamige Band gründeten. Das erste Konzert fand wenig später im Februar 1975 statt. Schnell wurde die Band bekannt und populär. Der Durchbruch kam mit dem Song „Über sieben Brücken musst du gehn“. 1979 durfte die Band sogar in West-Berlin auftreten. Der Erfolg der Band ist weiterhin ungebrochen und so feierte sie mittlerweile ihr 40-jähriges Bandjubiläum und tourt noch immer. Erst 2015 veröffentlichte Karat das neueste Studioalbum.

Karat Band
Karat Band von Patrick Baumbach (Eigenes Werk) [Public domain], via Wikimedia Commons

Puhdys

Die wohl älteste DDR-Rockband sind die Puhdys. Offizielles Gründungsjahr gibt die Band mit 1969 an, jedoch gab es die Band in ähnlicher Besetzung schon 1965 – die „Ur-Puhdys“. Kurz nach der offiziellen Gründung wurde die Band mit einem Auftrittsverbot belegt, da auf den ersten Konzerten ausschließlich englischsprachige Coversongs gespielt wurden. Nach einer Aussprache mit den Behörden schrieben die Puhdys nur noch eigene, deutschsprachige Songs und das Verbot wurde aufgehoben.

Nach diesen anfänglichen Schwierigkeiten entwickelte sich die Karriere relativ schnell und die Band wurde zu einer der bekanntesten Rockbands der DDR. Von 1988 bis 1989 spielte die Band eine große Abschiedstour durch die DDR und Bundesrepublik und trennte sich anschließend. Doch nur 3 Jahre später 1992 gab es die Wiedervereinigung. Seitdem hat die Band viele weitere Alben produziert und Konzerte gespielt. 2016 löste sie sich endgültig auf.

Puhdys Band
Puhdys Band von Paulae (Eigenes Werk) [CC BY 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/3.0)], via Wikimedia Commons

Gitarrist bei Konzert
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Nina Hagen

Die Punk-Lady Deutschlands Nina Hagen ist in Ostberlin im schönen Bezirk Friedrichshain geboren, wo auch die Eigentumswohnungen von Central Berlin stehen, wollte erst Schauspielerin werden. Dies wurde ihr jedoch durch die DDR-Staatsführung verwehrt, da ihre Mutter mit dem Dissidenten Wolf Biermann liiert war und damit galt auch Nina Hagen als politisch „unzuverlässig“. Nach einer einjährigen Gesangsausbildung wurde sie 1974 bei einem Konzert der „Gruppe Automobil“ entdeckt. Wenig später veröffentlichte sie ihren ersten Song „Du hast den Farbfilm vergessen“, der immer noch ein Kulthit der DDR ist. Knapp ein Jahr später bekam sie die Chance in den Westen auszuwandern. Ab dann begann ihre West-Karriere, der Grundstein wurde aber in der DDR gelegt.

Nina Hagen
Nina Hagen von Dirk Herbert (Dirk Herbert) [CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], via Wikimedia Commons