Ganz schön Grün.

Berlin hat die meisten Grünflächen unter den europäischen Metropolen. Beinahe eine Stadt als Park. So auch neben, hinter und am Strausberger Platz.

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Vorab aber ein Geständnis: Ich leide an Heuschnupfen. Und vor zehn Jahren, als ich an den Strausberger Platz zog, dachte ich noch, hier sei es sicher.
Ha! Dann kam der Frühling und direkt vor der Tür explodierte das Grünzeug. Karl-Marx-Allee: Acht Spuren und circa 50.000 Autos, die jeden Tag durchrauschen – noch Urbaner geht es eigentlich nicht. Was haben da bitte blühende Magnolien vor der Tür zu suchen? Es ist aber so! Der schönste aller Anblicke: Die Blütenblätter, die wie Schneeverwehungen über die Allee treiben. Und die Linden, die im Spalier Richtung Alexander Platz gereiht sind, im Wind treiben.

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Der Blick auf die Architektur, welche sich im Winter ohne „Sichtschutz“ zeigt, verändert sich: Von der Ausstellung außergewöhnlicher Bauten im Winter zum Lebensraum im Sommer. Das gilt für ganz Berlin. Die Winter an der Spree sind – nun ja; sagen wir mal – gewöhnungsbedürftig. Frühling und Sommer lassen aber die Stadt, mit den meisten Grünflächen unter den europäischen Metropolen, explodieren. Und mitten drin, statt nur dabei: Der Strausberger Platz.

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Die unmittelbaren Grünflächen an der Karl-Marx-Allee und dem Strausberger Platz sind nur Petitessen, denn die Botanik lebt im Hintergrund. Noch! Denn der Bebauungsplan für 2016 sieht vor, aus der Parkfläche Strausberger Platz bis Alexander Platz einen grünen Mittelstreifen zu zaubern. Wo heute noch viel Platz für Vehikel ist, wird bald Baum an Baum gereiht. Das regt die Phantasie an: Wie wäre es zum Beispiel, wenn es die gesamte Strecke bis zum Platz Untertunnel statt oberirdischer Fahrbannen gäbe? Dann wäre Platz für einen weiteren Park…aber das ist nur so eine Idee. Und die ist, angesichts des Hinterlands, nicht einmal super notwendig. Hinterland? Genau, denn hier gibt es die Weydemeyerstraße, die parallel zur Karl-Marx-Allee verläuft. Hier trifft DDR Geschichte auf die heutige Zeit. Sagt Ihnen der Begriff „Plansche“ etwas? Nein? Dann aufgepasst: Zu Zeiten des zweigeteilten Deutschland installierte das Ost-Regime – so Geld da war – in Stadtgebieten Planschbecken für Kinder, diese wurden auch „Plansche“ genannt. Eine funktionstüchtige „Plansche“ findet man zum Beispiel auf der Rückseite des Strausberger Platzes, eine weitere wird (bitte bitte bitte!) bald restauriert.

Die Wasserbecken sind Stadt. Sind Grün. Sind Leben.

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Sonnige Nachmittage, spielende, klatschnasse Kinder die durch die Fontänen hüpfen und Eltern, die einen Plausch halten. Dorfidylle in einer Millionenmetropole. Und sobald sich die ersten Sonnenstrahlen zeigen, liegen in Friedrichshain Freikörperkulturfanatiker neben grillenden Großfamilien. Apropos Grillen: Grillen ist ein großes Thema in Berlin. Selbst der Bundespräsident in seinem Amtssitz, dem Schloß Bellevue, das mitten im Tiergarten liegt, ist vor Schwaden mit Würstchengeruch nicht sicher.

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In einer repräsentativen Online-Studie wurden 50 Nationen auf ihre Lebensqualität bewertet, mehr als 20.000 Menschen aus 20 Industrie- und Schwellenländern befragt. Welches Land auf Platz eins liegt? Deutschland! Warum? Ein Nachmittag in Friedrichshain und an der Plantsche erklärt warum. Es ist miteinander. Es ist grün. Und es wird gelacht.

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