Grand Hotel Berlin – Das DDR Luxushotel feiert runden Geburtstag

Vor ziemlich genau 30 Jahren, am 1. August 1987, wurde das Grand Hotel an der Friedrichstraße eröffnet. Dieses für damalige Verhältnisse preislich anspruchsvolle Hotel bereicherte die Hotellandschaft von Ostberlin mit seiner besonderen Architektur und Lage und machte so den Besuch der betuchten DDR-Touristen zu einem ganz besonderen Erlebnis.


Bau und Lage

Der Prachtbau an der Friedrichstraße entstand auf dem Grundstück der ehemaligen Kaisergalerie, die im zweiten Weltkrieg zerbombt wurde. In Zusammenarbeit mit einer japanischen Baufirma und Subunternehmen wurde der beeindruckende Bau im klassizistischen Stil mit seinen 359 Zimmern und Suiten in bester Lage errichtet.

Grand Hotel Berlin
Grand Hotel Berlin 1987; Quelle: Wikimedia

Im Zentrum der Hotelhalle steht eine imposante Freitreppe, die das Erdgeschoss mit der ersten Etage verbindet. Die gesamte Lobby des Hotels wird durch eine Glaskuppel mit Licht versorgt, die der Kaisergalerie nachempfunden wurde.

Der Bau soll umgerechnet ca. 100 Millionen Euro gekostet haben, jedoch wurden genaue Zahlen von der damaligen DDR Regierung nicht veröffentlicht.
Das Luxushotel wurde in bester Zentrumslage an der Einkaufsstraße Friedrichstraße und in unmittelbarer Nähe zum Brandenburger Tor gebaut. Mit nur wenigen Schritten waren die Besucher auf dem Prachtboulevard „Unter den Linden“ und konnte so durch das historische Zentrum Richtung Alexanderplatz flanieren, vorbei an Humboldt Universität, Französischer Dom und dem berühmten Palast der Republik.

Grand Hotel Berlin
Eingangsbereich Westin Grand Hotel

Luxus pur, aber nicht für die Arbeiterklasse

Das Grand Hotel in der DDR war ein Ort von Luxus, gutem Essen und einer internationalen Atmosphäre, doch davon hatte der normale DDR-Bürger nichts. Die Gastronomie in dem Hotel sowie die Zimmer selbst konnten nur in Westmark bezahlt werden und die Preise waren selbst für westliche Verhältnisse äußerst anspruchsvoll. Ein Einzelzimmer für 275 DM, ein Doppelzimmer ab 350 DM oder eine Suite zwischen 2500 DM und 3600 DM konnten sich auch in der BRD nur wenige leisten.

Auch die Preise in den Restaurants waren dementsprechend hoch. Eine gute Flasche Wein für 790 DM, ein Glas Whiskey für 48 DM oder ein einfacher Fruchtsalat aus der Dose für 21 DM waren für einen normalen Bürger der DDR unerreichbar.

Arbeiten im Hotel

Bei der normalen DDR Bevölkerung war das Hotel jedoch als Arbeitgeber sehr beliebt. Teilweise arbeiteten bis zu 900 Angestellte in dem Hotel und versorgten die Gäste mit allem, was möglich war. Dafür erhofften sich die Zimmermädchen, Rezeptionisten, Köche und Kellner ein gutes Trinkgeld in Westmark, Dollar oder Yen.

Das Hotel heute

Nach dem Mauerfall ist das Grand Hotel 1992 zu der Westin-Gruppe gekommen und wird noch heute von ihr betrieben. Das 5-Sterne Grand Hotel ist heute eine feste Größe neben den bekannten Berliner Luxushotels Adlon und Ritz Carlton. Natürlich sind die Preise immer noch einem Luxushotel entsprechend und die enorme Anzahl von Angestellten von damals fast 900 wurde auf knapp 200 gesenkt, ohne an Qualität zu verlieren. Jedoch ist der damalige DDR-Charme des Hotels verloren gegangen.

Westin Grand Berlin
Westin Grand Hotel Berlin heute; Quelle: Wikimedia

Die DDR lebt vor allem in den Gebäuden weiter, die damals entstanden sind. Das Grand Hotel ist hierfür ein gutes Beispiel. Aber auch die Arbeiterpaläste entlang der Karl-Marx-Allee sind Zeugen ihrer Zeit. Die Eigentumswohnungen in den historischen im Zuckerbäckerstil erbauten Gebäuden verbinden historischen Charme mit modernem Standard im Herzen einer aufregenden Metropole. Aktuell bietet sich die einzigartige Chance, eine dieser Wohnungen zu erwerben.