Hinter der Maske. Künstler in der DDR

Kunst in der DDR wurde als politisches und erzieherisches Element von der politischen Führung angesehen und war so nicht frei von Reglementierung. Wie Künstler in der DDR unter diesen politischen Bedingungen arbeiteten, wurde in einigen Ausstellungen schon thematisiert.
Die neue Ausstellung des Museums Barberini in Potsdam „Hinter der Maske. Künstler in der DDR“ stellt aber nicht diesen Aspekt der Kunst in der DDR in den Mittelpunkt, sondern betrachtet die Kunst aus einem ganz anderen Blickwinkel. Welcher das ist, erfahren Sie in diesem Blogbeitrag.


Neue Blickwinkel – Künstler in der DDR

Die Kunst und Künstler in der DDR waren nicht frei von politischer Einflussnahme und daher sind die politischen Bedingungen der Kunst aus der DDR ein wichtiger Aspekt, wenn es um Ausstellungen von Arbeiten und die Künstler der DDR selbst geht.

A. R. Penck: Ich
A. R. Penck: Ich, 1970, Privatsammlung über Neues Museum. Staatliches Museum für Kunst und Design, Nürnberg, Photo: Stiftung Neues Museum Weserburg Bremen, © VG BILD-KUNST, Bonn 2017

Die neue Ausstellung im Museum Barberini betrachtet die Kunst jedoch aus einer anderen Perspektive. Ausgangspunkt ist die künstlerische Selbstwahrnehmung und -inszenierung in ihren Werken. So werden über 100 Werke von rund 80 Künstlern gezeigt, die die Vielseitigkeit der Selbstbehauptung der Künstler in einem Staat zeigt, der Kunst in seiner Funktion als politisches und erzieherisches Mittel reglementierte.

Erika Stürmer-Alex: Selbstporträt
Erika Stürmer-Alex: Selbstporträt, 1981, Besitz der Künstlerin, Photo: Joachim Richau, Berlin, © VG BILD-KUNST, Bonn 2017

Wie nimmt der Künstler sich, seine Kollegen und sein Umfeld wahr und wie seine Rolle als Künstler in der sozialistischen Gesellschaft? Welche Freiräume fanden die Künstler trotz staatlicher Reglementierung?
Die Ausstellung zeigt Malereien, Fotographien, Grafiken, Collagen und Skulpturen, die unter diesen Fragestellungen ausgewählt wurden und beginnt damit, die eigene Sammlung zur Kunst aus der DDR zu erforschen.

Das Museum Barberini und seine Sammlung

Das Haus Barberini stand schon vor seinem Wiederaufbau für Kunst und Kultur. Das 1771/72 errichtete Bürgerhaus wurde von Friedrich dem Großen in Auftrag gegeben und bildete mit der Nikolaikirche und dem Alten Rathaus das Zentrum von Potsdam. Vorbild für den Bau war der barocke Palazzo Barberini in Rom.
Mitte des 19. Jahrhunderts war das Haus Zentrum des öffentlichen Lebens mit Bühne für Konzerte, Vorträge und später auch Filmvorführungen.
Leider wurde das Gebäude im Zweiten Weltkrieg bei einem Bombenangriff stark beschädigt und musste schließlich abgerissen werden.

Trak Wendisch: Seiltänzer
Trak Wendisch: Seiltänzer, 1984, Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie, Photo: bpk / Nationalgalerie, SMB / Jörg P. Anders, © VG BILD-KUNST, Bonn 2017

2005 wurde der Wiederaufbau des Gebäudes beschlossen und die Kunststiftung von Hasso Plattner war Träger des Wiederaufbauprojekts und ist nun für den Kunstbetrieb verantwortlich. Nach einer dreijährigen Bauzeit von 2013 bis 2016 öffnete das Museum im Januar 2017 seine Tore für die Öffentlichkeit.
Schwerpunkt der Sammlung der Hasso-Plattner-Stiftung ist die Kunst der DDR sowie deutsche Kunst nach 1989. So sind Werke von Künstlern der Leipziger Schule Teil der Sammlung, aber auch Werke der „Alten Meister“ bis Kunst bis ins 21. Jahrhundert. Ein Schwerpunkt der Sammlung liegt auf dem Impressionismus und beinhaltet somit Werke von Claude Monet, Edvard Munch und Auguste Renoir.

Werke der Palast-Galerie

Parallel zu der Ausstellung „Hinter der Maske. Künstler in der DDR“ zeigt das Museum in einer dokumentarischen Präsentation Bilder der Galerie aus dem Palast der Republik. 16 großformatige Bilder veranschaulichen, wie die staatliche Repräsentationskunst aussah. Diese beiden Ausstellungen ergänzen sich sehr gut und beleuchten die Kunst in der DDR aus zwei verschiedenen Blickwinkeln.

Bernhard Heisig: Ikarus
Bernhard Heisig: Ikarus, 1975, Leihgabe der Bundesrepublik Deutschland, © VG Bild-Kunst, Bonn 2017

Zu sehen ist die Ausstellung vom 29. Oktober 2017 bis 4. Februar 2018.

Museum Barberini
Alter Markt
Humboldtstraße 5–6
14467 Potsdam

Eintritt:
14 € regulär
10 € ermäßigt
Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren Eintritt frei