Richtig Frühling!

„Du bist laufen gewesen? Bei dieser Kälte?!“ Meine australische Nachbarin („Bei uns zu Hause gibt es zehn Wolkentage im Jahr“) konnte einfach nicht fassen, dass ich bei Temperaturen um die 10 °C laufen gehe. „Es ist Frühling!“ erwiderte ich. Und nachdem wir am vergangenen Montag beinahe die 20-Grad-Grenze geknackt hätten, ist es nun tatsächlich soweit. Frühling. Endlich. Wir sind durch den Winter gekommen. Um das gebührend zu würdigen und Ihnen nebenbei die eine oder andere Anregung mitzugeben, schmiede ich hier ein paar Pläne für meine Lieblingsjahreszeit.

Central Berlin - Frühling in Berlin

Draußen frühstücken

Ich weiß nicht, ob ich das laut sagen darf, aber das Frühstück ist wohl meine Lieblingsmahlzeit. Und zwar liebe ich es so sehr, dass ich einen meiner nächsten Blogbeiträge genau diesem Thema widmen werde. Eins steht für mich jedenfalls fest: Das Einzige, was noch schöner ist als Frühstücken, ist Frühstücken an der frischen Luft – erst recht, wenn man verkatert ist. Wenn ich in der Sonne einen Cappuccino schlürfen kann, fühle ich mich gleich viel besser. Ein zusätzlicher Vorteil liegt darin, dass sich in der Freiluftsaison die vorhandenen Sitzplätze in den oft winzigen Restaurants und Cafés verdoppeln.

Alte Favoriten:

Leutemanns: Sitzplätze auf dem Bürgersteig, leckeres Essen, das Personal lässt es leider etwas an Aufmerksamkeit mangeln.
Bötzowstraße 23, Prenzlauer Berg

Tempobox: wohl das berühmteste Flatrate-Frühstück in Berlin, ziemlich große Terrasse.
Simon-Dach-Straße 15-16, Friedrichshain

Für dieses Jahr geplant:

Rund um den Wasserturm: eine der idyllischsten Gegenden in Prenzlauer Berg mit jeder Menge Sitzgelegenheiten im Freien und einem Riesenangebot an Frühstücksmöglichkeiten (Betty’n Caty, Bar Gagarin u. v. m.)


Terrasse mit Blick auf den Wasserturm. Bildquelle: Top10 Berlin

Freischwimmer: Hier direkt am Wasser zu frühstücken, ist wie ein kleiner Urlaub mitten in Berlin. Vor dem Schlesischen Tor 3a, Treptow

Central Berlin - Freischwimmer
Aussicht vom Freischwimmer. Bildquelle: Daphne Damiaans

Radtouren in ein noch idyllischeres Berlin

Wissen Sie, was das Allerschönste daran ist, in der Morgensonne zu frühstücken? Zu wissen, dass man hinterher noch einen ganzen Sonnentag vor sich hat. In meinem Fall bedeutet das vor allem, durch die Berliner Straßen und Parks zu bummeln – ich kann mir nicht vorstellen, dass ich davon je genug bekommen werde. Aber mit der Sonne wird auch meine Sehnsucht stärker, neue Orte zu erkunden. Dann schwinge ich mich aufs Fahrrad – oder schiebe es in die S-Bahn – und breche auf, um verborgene Schätze in und um Berlin zu entdecken.

Alte Favoriten:

Hohenschönhausen: vor allem für die Untersuchungshaftanstalt der Stasi bekannt, aber auch wegen der wunderschönen Seen und Villen eine Reise wert. Wir haben unsere Radtour noch ein wenig nach Norden verlängert (in Richtung Falkenberg) und landeten auf einem Bauernhof, wo es Kuchen gab.

Erkner: An einem der allerletzten warmen Tage sind wir noch einmal zum Schwimmen in den äußersten Südosten von Berlin gefahren. Die Gegend um Erkner ist ein wahres Seenparadies, und am Werlsee gibt es eine kleine Strandhütte, die Eiskaffee und kleine Snacks verkauft.

Köpenick: einfach immer der Spree folgen, dann landet man in dem malerischen Dorf Köpenick, das offiziell zu Berlin gehört. Zum Baden ist der Müggelsee ganz in der Nähe.

Central Berlin - Köpenick
Malerisches Köpenick. Bildquelle: Ratskeller Köpenick

Für dieses Jahr geplant:

Domäne Dahlem: ehemaliges Rittergut am Rande des Grunewalds, heute zum Freiluftmuseum umgebaut. Die Gaststätte „Alter Krug“ gleich nebenan ist 200 Jahre alt und ebenfalls einen Besuch wert.
Königin-Luise-Straße 49, Dahlem

Britzer Mühle: eine 160-jährige Mühle, die immer noch in Betrieb ist, direkt neben einem riesigen Landschaftspark und ganz in der Nähe des modernistischen Vorzeigeprojekts Hufeisensiedlung.
Buckower Damm 130, Britz

Central Berlin - Britzer Mühle
Britzer Mühle. Bildquelle: Gartenkulturpad Neukölln

Feierabendbier mit Berliner Sonnenuntergang

Gerade im Sommer sind die Berliner Sonnenuntergänge einfach unglaublich spektakulär. Der Himmel färbt sich in Schattierungen, die jede Kitschpostkarte übertreffen. Die Tage sind mittlerweile fast schon lang genug, dass ich sie nicht mehr von meinem Schreibtisch im Büro aus zu genießen brauche, sondern mir einen Ort im Freien suchen kann, wo ich eine noch bessere Aussicht habe und mir dazu ein Bier bestellen kann. Dächer eignen sich dazu natürlich am besten, sind aber keineswegs die einzige Option. Das billigste Bier gibt es in den Spätis rund um die Admiralbrücke in Kreuzberg, die Live-Gitarrenmusik und Superaussicht aufs Wasser gratis dazu. Einen noch besseren Blick auf die untergehende Sonne über einem der zahlreichen Berliner Gewässer hat man von einem der ebenso zahlreichen Strände. Und für einen Abend, der mit leckerer Pizza und toller Atmosphäre so richtig gut anfängt – manchmal sogar mit einem Lagerfeuer! –, ist die Holzmarkt Pampa immer noch die beste Anlaufstelle.

Alte Favoriten:

Admiralbrücke: Admiralstraße, Kreuzberg

Central Berlin - Admiralsbrücke
Kurz nach Sonnenuntergang an der Admiralbrücke. Bildquelle: Daphne Damiaans

Holzmarkt Pampa: Holzmarktstraße 19-30, Friedrichshain

Central Berlin - Holzmarkt
Holzmarkt Pampa bei Sonnenuntergang. Bildquelle: Daphne Damiaans

House of Weekend: einen Tick zu schick für meinen Geschmack, dafür ist die Aussicht über den Alexanderplatz unvergleichlich.
Alexanderstraße 7, Mitte

Für dieses Jahr geplant:

Am Ufer des Landwehrkanals: weil man sich das Leben nicht unnötig schwer zu machen braucht. Stattdessen kann man einfach ein paar Dosen oder Flaschen Bier mitbringen und sich direkt am Wasser ins Gras setzen. Besonders beliebt ist die Wiese hinter dem Vivantes Klinikum Am Urban in Kreuzberg.

Central Berlin - Landwehrkanal
An den Ufern des Landwehrkanals. Bildquelle: Daphne Damiaans

Biergärten: Es gibt so viele in Berlin, und jeder hat seinen ganz eigenen Charakter. Man kann im Birgit & Bier (Kreuzberg/Treptow) einen auf Hipster machen, sich im Biergarten Südblock (Kreuzberg) die Aussicht aufs „Kotti“ reinziehen, im Brauhaus Rixdorf (Neukölln) die Zeit zurückdrehen, sich im Wilden Hase (Friedrichshain) vom Berghain-Vibe anstecken lassen und und und.

Central Berlin - Biergarten
Festival-Vibes im Birgit & Bier. Bildquelle: Resident Advisor

Grillen und Chillen – Es geht um die Wurst

Grillen zählt zu den Lieblingssportarten der Deutschen. Bereits im Februar habe ich sie beobachtet, wie sie im Park Würstchen, Bier und Briketts rausholten. Auch wenn ich nun wirklich keine Grillmeisterin bin, hat es doch was, einfach ein paar Stücke Fleisch(ersatz) auf den Grill zu werfen, dabei einen gepflegten Rosé zu schlürfen und Knoblauchbrot zu knabbern, während sie brutzeln.

Wem das aber immer noch mit zu viel Planung verbunden ist, der kann sich auch ganz spontan zum Picknicken verabreden. Unmittelbar am Volkspark Friedrichshain gibt es zwei Supermärkte, in denen man sich ein leckeres Mittag- oder Abendessen zusammenstellen kann. Oder die gehobene Variante: sich ein leckeres Mittag- oder Abendessen zusammenstellen lassen. Gleich mehrere Cafés und Läden konkurrieren mit fertig gepackten Picknickkörben gegeneinander. Und dann gibt‘s noch den Preußenpark, wo thailändische Leckereien nach Bestellung frisch zubereitet werden.

Alte Favoriten:

Volkspark Friedrichshain: Dieser Barbecue-Hotspot liegt quasi in meinem Hinterhof und bietet mehr als genug Platz für Grillbegeisterte.

Für dieses Jahr geplant:

Preußenpark, Wilmersdorf: Feinschmeckerparadies voller liebenswürdiger asiatischer Köchinnen, die auf ihren Picknickdecken köstliche Gerichte frisch zubereiten. Für alle, die keine Lust haben, selbst die Grillzange zu schwingen.

Central Berlin - Preußenpark
Die „Thaiwiese“ im Preußenpark. Bildquelle: Reisezoom.com

Tempelhofer Feld: für alle, die schon immer mal an einem geschichtsträchtigen Ort den Grill anwerfen wollten.

Central Berlin - Tempelhofer Feld
Grill-Oase Tempelhofer Feld. Bildquelle: Tagesspiegel