Weihnachtsmärkte rund um den Strausberger Platz – früher und heute

Berliner Weihnachtsmärkte in langer Tradition

Weihnachtsmärkte sind in Deutschland alljährlich das Adventshighlight und nicht nur bei Einheimischen, sondern auch bei Touristen sehr beliebt. In vielen Städten haben sie eine jahrhundertealte Tradition, so auch in Berlin, wo im Köllnischen Stadtbuch um 1530 erstmals eine Art Weihnachtsmarkt belegt ist. Sein Standort auf der Fischerinsel blieb über die Jahrhunderte erhalten und erweiterte sich im 19. Jahrhundert auf den Schlossplatz. Weitere Stationen waren der Arkonaplatz und der Lustgarten, wo bis kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges Weihnachtsmärkte stattfanden. Nach der Teilung in Besatzungszonen bestand die Tradition in Ost und West unabhängig voneinander fort. Während jedoch im Westteil Besinnlichkeit herrschte, glich der Weihnachtsmarkt im Osten Berlins eher einem Jahrmarkt.


Schießbuden und Büchsenwerfen auf dem DDR-Weihnachtsmarkt

Jahrmarktrummel im Schnee – so muss man sich den Ost-Weihnachtsmarkt am Alexanderplatz vor der Wende vorstellen. Es gab Schießbuden und Büchsenwerfen, es gab Autoscooter, Kettenkarussells und andere Fahrgeschäfte. So endete für Schaustellerfamilien erst mit dem Weihnachtsmarkt die Saison, die schon an Ostern begonnen hatte. Neben Los- und Fressbuden wurde Dekoratives und Handwerkskunst angeboten: Traditioneller Weihnachtsschmuck, beispielsweise aus dem Erzgebirge, fand sich neben Spezialitäten aus den kommunistischen Bruderländern wie Ungarn oder Bulgarien. Der Weihnachtsmarkt in Berlin Ost galt als besonders kinderfreundlich und zog auch deshalb viele Besucher aus Westberlin an, weil er mit Figuren aus dem DDR-Kinderfernsehen aufwartete: Denn Pittiplatsch und Konsorten waren auch bei Kindern aus dem Westen sehr beliebt.


Quelle: LianeM – Fotolia

Aktuelle Weihnachtsmärkte rund um den Strausberger Platz

Heute gibt es allein im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg, in dem der Strausberger Platz liegt, 12 Weihnachtsmärkte. In Mitte sind es gar 18. Eine kleine Auswahl ist hier zusammengestellt:

1. Weihnachtsmarkt „Berliner Weihnachtszeit“ am Roten Rathaus, Rathausstraße 15, 10178 Berlin:

Auf diesem Weihnachtsmarkt, einem der größten der Hauptstadt, wird vom 27. November bis 29. Dezember 2017 geklotzt und nicht gekleckert. In den geschlossenen Gondeln des Riesenrades kann man aus über 50 Metern Höhe auf die Stadt und den Markt blicken. Eine riesige Schlittschuhbahn lädt zum Pirouettendrehen ein. Die Stände selbst bilden Altberliner Marktgassen mit historischen Fassaden nach und lassen so das alte Markttreiben wieder lebendig werden. Kinder können sich auf die Kindereisenbahn und auf den Weihnachtsmann freuen, der dreimal täglich auf einem Schlitten mit Rentiergespann über den Neptunbrunnen hinweg fliegt (um 16:30 Uhr, 18:30 Uhr und 20:30 Uhr). Der Eintritt ist frei.

2. Nostalgischer Weihnachtsmarkt am Opernpalais, Hinter der Katholischen Kirche 3, 10117 Berlin:

Rund um die St.-Hedwigs-Kathedrale mit ihrer markanten Kuppel konzentrieren sich Händler und Handwerker vom 29. November bis 30. Dezember 2017 auf hochwertiges Kunsthandwerk. Ergänzt werden die Erzeugnisse aus aller Welt von nostalgischen Fahrgeschäften, die zur besinnlichen Stimmung im historischen Ambiente beitragen. Engelsdarstellungen, Lichtinszenierungen und musikalischen Lesungen sind unter der Aktion „Engelszungen“ parallel in der St.-Hedwigs-Kathedrale zu erleben. Der Eintritt ist frei.

3. Weihnachtsmarkt am Gendarmenmarkt, Gendarmenmarkt 1, 10117 Berlin:

Auf dem wahrscheinlich schönsten Platz Berlins, zwischen Französischem und Deutschem Dom, findet vom 27. November bis 31. Dezember 2017 dieser Weihnachtsmarkt statt. Große beheizte Kunsthandwerkszelte laden zum Schauen, Staunen und Kaufen ein. Auch die Essenszelte sind beheizt. Ein großer Weihnachtsbaum ziert das Zentrum des Platzes, neben dem auf einer Bühne Chöre, Bands und musikalische Ensemble für akustische Leckereien sorgen. Engel, Jongleure und Gaukler streifen durch die Menge und machen das Bild noch bunter. Der Eintritt beträgt 1 Euro und ist für Kinder unter 12 Jahren frei.


Weihnachtszauber am Gendarmentmarkt- Quelle: LaMiaFotografia – Shutterstock

4. KiezWeihnacht in Friedrichshain, Samariterstraße 14, 10247 Berlin:

Am ersten und zweiten Adventswochenende veranstalten 70 Händler aus dem Samariterkiez diesen Weihnachtsmarkt an und in der Samariterkirche. Kunsthandwerk und Schmuckdesign, Fotografie, Kinderspielzeug und Adventsdekoration wie auch weihnachtliche Geschenkideen werden Pfeil geboten. Kinder können basteln, und der Weihnachtsmann ist auch anwesend. Parallel dazu lädt die evangelische Kirchengemeinde Galiläa-Samariter nachmittags und am frühen Abend zu Konzerten, Lesungen und Kinderprogramm in die Samariterkirche ein. Der Eintritt ist frei.

5. Historischer Weihnachtsmarkt auf dem RAW-Gelände, Revaler Straße 99 (Eingang: Revaler Straße/Dirschauer Straße), 10245 Berlin-Friedrichshain:

Auf dem Gelände des Reichsbahnausbesserungswerkes (RAW), wo sonst Technobeats ertönen, wird vom 24. November bis 22. Dezember 2017 ein mittelalterlicher Weihnachtsmarkt veranstaltet. Töpfer, Schmiede und Holzschnitzer demonstrieren ihre Künste. Es gibt Marktstände im historischen Gewand, die deftige und süße Speisen, heißen Met, Glühwein und andere Köstlichkeiten anbieten. Kinder und Erwachsene können sich außerdem in der Gauklerschule oder der Siebdruckwerkstatt ausprobieren. Der Eintritt ist von Montag bis Donnerstag frei, Freitag bis Sonntag kostet er für Erwachsene 2 Euro, ermäßigt 1 Euro.


Quelle: Annie Spratt – Unsplash

6. Heissa Holzmarkt, Holzmarktstraße 25, 10243 Berlin-Friedrichshain:

Immer freitags bis sonntags findet hier vom 18. bis zum 23. Dezember ein alternativer Weihnachtsmarkt im Kreativdorf statt, das auf dem ehemaligen Gelände der Bar 25 entstanden ist. Geschenkideen gibt es ebenso wie Leckereien und Hochprozentiges. Eisstockschießen, Märchenlesungen und Filmvorführungen stehen auf dem Programm. Der Eintritt ist frei.