Bestenliste 2016: Meine ganz persönlichen Berliner Favoriten

Mein 40. Blogbeitrag für Central Berlin und mein letzter Beitrag für 2016: Zeit, die vergangenen 12 Monate Revue passieren zu lassen. Nicht nur weil es ein seltsames und zugleich superschönes Jahr war, sondern auch weil ich definitiv nicht daran denken will, dass ich 2017 dreißig werde. Im Rückblick scheint es mir, als hätte ich das ganze Jahr kaum etwas Anderes getan als essen, trinken, shoppen und Neues entdecken – neue Kieze, neue Gastro-Highlights und vieles mehr. Deswegen hier eine Bestenliste mit meinen absoluten Favoriten des Jahres 2016:

Bester Kaffee

Klar habe ich diese „Third Wave Coffee“-Geschichte ausprobiert – aber jetzt mal ehrlich, wer braucht das schon! Ich will meinen Kaffee doch nicht kosten, als wäre er ein edler Wein (obwohl, bei dem Preis …). Eigentlich will ich nichts weiter als eine gemütliche Ecke, einen anständigen Cappuccino und dazu eine leckere Scheibe Bananenbrot. Deswegen darf Katie’s Blue Cat (Friedelstraße 31, Neukölln) auf dieser Liste nicht fehlen.

Bestes Vintage-Shoppen

Dass Vintage in Berlin nicht bloß ein Hobby ist, sondern eine ganze Lebensphilosophie, muss ich sicher nicht extra erklären. Aber diese Second-Hand-Megastores und die überfüllten Läden, die Vintage-Klamotten kiloweise verkaufen, sind nicht so wirklich mein Ding. Lieber shoppe ich nach dem Zufallsprinzip: Toll finde ich zum Beispiel diese hippen Mädels, die ihre gestern erst aus der Mode gekommenen Outfits auf dem Flohmarkt (Prinzessinnengarten, RAW-Gelände, um nur zwei zu nennen) zu absolut erschwinglichen Preisen verscherbeln: 2 Euro für ein T-Shirt, 5 Euro für ein Paar Schuhe.

Central Berlin Vintage Shopping
Entspanntes Vintage-Shopping auf dem RAW-Gelände. Quelle:  Daphne Damiaans

Bestes Frühstück/Brunch

Bei Leutemanns (Bötzowstraße 23, Prenzlauer Berg) habe ich mit Abstand am häufigsten gefrühstückt. In dem Feinkostladen kann man sich selbst zusammenstellen, worauf man gerade Appetit hat, und es in angenehm entspannter Atmosphäre verzehren – nicht zu trendy, niemals überfüllt. Leider scheint man meine Zuneigung dort bislang nicht zu erwidern, denn selbst nach gefühlten 230 Besuchen werde ich immer noch behandelt wie eine Fremde.

Deswegen möchte ich an dieser Stelle auch noch den Zweitplatzierten erwähnen: Spreegold (Hufelandstraße 20, Prenzlauer Berg + 2 weitere Filialen) mit seinen legendären Frühstücksoptionen. Nicht ganz so gemütlich, aber dafür sind die Pfannkuchen und anderen Brunch-Gerichte absolut unvergesslich.

Central Berlin Breakfast
Brunch im Spreegold. Quelle:  Daphne Damiaans

Bestes Mittagessen

Die liebenswürdige Betreiberin des Berlin Pho (Lausitzer Straße 6, Kreuzberg) gehört quasi schon zur Familie. Für mich und meine Kollegen ist dieses vietnamesische Restaurant unser absolutes Stammlokal. Keine Ahnung, warum ich trotzdem noch jedes Mal auf die Speisekarte schaue! Einmal Nummer 57 bitte (Dau Phu Cary, so lecker!) und dazu einen Eistee mit Zitronengras und Limette.

Beste Tanzmusik

Ich steh nicht wirklich auf Techno – wenn ich mit meinen Freunden Spaß haben will, gehe ich lieber irgendwo hin, wo es nicht ganz so düster und dafür ein bisschen fröhlicher zugeht. Deswegen war ich dieses Jahr regelmäßig auf den Indie-Parties und Konzerten im Lido (Cuvrystraße 7, Kreuzberg), einem ehemaligen Kino. In die gleiche Kategorie fallen auch das Rosi‘s in Friedrichshain und Bi Nuu in Kreuzberg.

Beste Pizza

Ob jemals der Tag kommen wird, an dem ich Pizza satthabe? Ich kann‘s mir nicht vorstellen. Zwar ist sie nicht die gesündeste Wahl – vielleicht sogar die ungesündeste –, aber trotzdem steht Pizza bei mir jede Woche auf dem Speiseplan. Am liebsten mag ich Marks Eigenkreationen und die Pizzen von Netto (echt jetzt, die sind unglaublich lecker). Zola (Paul-Lincke-Ufer 39-40, Kreuzberg) hat meinen beiden Lieblings-Pizzabäckern nur eins (na ja, zwei Dinge) voraus: eine Superlage direkt am Landwehrkanal und einen Holzofen.

Central Berlin Zola
Pizza im Zola. Mit freundlicher Genehmigung von Daphne Damiaans

Beste kulinarische Neuentdeckung

Das Leben ist bekanntlich kein Ponyhof – und erst recht keine Pizzeria. Deswegen habe ich mir dieses Jahr redlich Mühe gegeben, mir neben meiner wöchentlichen Portion vietnamesischer Küche möglichst viele mir bislang unbekannte Spezialitäten aus aller Welt reinzuziehen. Die georgische Küche schaffte es nicht bis ganz oben auf meiner Liste, dafür habe ich herausgefunden, dass ich sudanesisches Falafel mit Erdnusssoße liebe – und dass es nichts gibt, was dich besser aufwärmt als ein gutes koreanisches Bibimbap

Wovon ich wirklich nicht genug kriegen kann, ist die israelische Küche: Hummus, Falafel und Schakschuka. Bei Café Mugrabi (Görlitzer Straße 58, Kreuzberg) gibt‘s dazu unglaublich gutes Brot – und bei meinem letzten Besuch habe ich sogar selbstgebackenes Bananen-Schokoladen-Brot gratis dazu bekommen.

Central Berlin Best Dishes
Schakschuka und Bananenbrot im Café Mugrabi. Quelle:  Daphne Damiaans

Beste Kneipen

Eine richtige Stammkneipe habe ich immer noch nicht – die Entscheidung zwischen den vielen tollen Lokalitäten in Berlin fällt mir einfach zu schwer. Im Straßenbräu (Neue Bahnhofstraße 30, Friedrichshain) gibt‘s Bier aus Eigenproduktion, im Das Hotel (Mariannenstraße 26A, Kreuzberg) frische Blumen und extragroße Drinks und im Schmittz (Gormannstraße 19, Mitte) Tischtennis. Und dann ist da noch die Festival-Atmosphäre im Birgit & Bier (Schleusenufer 3, Kreuzberg), die Shuffleboards im Kaschk (Linienstraße 40, Mitte) oder die saugemütliche Wohnzimmerbar Herman Schulz (Finowstraße 33, Friedrichshain).

Central Berlin Best Drinking
Frische Blumen und Kerzenlicht im Das Hotel. Quelle:  Daphne Damiaans

Überraschendstes Museum

Das DDR-Museum ist einfach klasse, und ich habe es immer jedem empfohlen, der sich für das Leben in der DDR interessierte. Bis ich rein zufällig auf ein weiteres DDR-Museum in der Kulturbrauerei (Knaakstraße 97) stieß. Dort gibt es eine Datsche, einen Trabi mit Zeltaufbau, einen authentischen Kiosk und Tausende weitere Ausstellungsstücke aus der ehemaligen DDR zu besichtigen. Und das Allerbeste daran: Der Eintritt ist komplett frei.

Central Berlin GDR Museum
Trabi mit Zeltaufbau im Museum in der Kulturbrauerei. Quelle:  Daphne Damiaans

Beste Orte zum Seele-baumeln-Lassen

Im Vergleich zu Städten wie London und New York ist es in Berlin relativ einfach, einen ruhigen Ort zu finden. Aber manchmal reicht mir eine verkehrsberuhigte Straße oder ein schöner Park einfach nicht. Deswegen finde ich es toll, dass man nur in einen Regionalzug zu steigen braucht, um ganz aus der Stadt rauszukommen. So habe ich eine Nacht im Burghotel Bad Belzig verbracht (69 Minuten vom Alexanderplatz), bin auf dem Gelände der ehemaligen sowjetischen Kaserne in Vogelsang (90 Minuten vom Alexanderplatz) auf Entdeckungstour gegangen und habe den Baumkronen- und Zeitreisepfad auf dem Gelände der Beelitzer Heilstätten entdeckt (65 Minuten vom Alexanderplatz).

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Vogelsang, Beelitz und Bad Belzig. Quelle:  Daphne Damiaans