Der Sommer ist schlussendlich vorbei!

Nein, das war es nicht, was ich dachte, als die Temperaturen von 25°C am Donnerstag auf 13°C am Samstag fielen. Mir war einfach noch nicht danach, mir Strümpfe rauszusuchen, und ich wollte auch noch nicht über Jacken und Schirme nachdenken. Aber was soll’s: Ich lebe halt in Berlin. Und auch wenn mehr oder weniger Einigkeit darüber herrscht, dass dieser Sommer fantastisch war, bleibt doch, dass jede Jahreszeit ihre eigenen Reize zu bieten hat. Wir sollten positiv sein und an alle die guten Dinge denken, die jetzt auf uns warten!

Etwas richtig Gutes essen (Käsekuchen!)

Treue Leserinnen und Leser dieses Blogs wissen bereits, dass ich mich, seit ich nach Berlin gezogen bin, in (New York) Käsekuchen verliebt habe – und ich bin nicht die Einzige. Cafés und Bäckereien konkurrieren ständig miteinander, wer den Besten in Berlin backt. Und die Käsekuchen-Liebhaber profitieren davon, während die cremigen und knusprigen Köstlichen in ihrem Mund explodieren. Den Sommer über habe ich versucht, mich etwas zurückzuhalten, weil Käsekuchen im Bikini nicht so super gut aussieht.

Da meine Strandfigur jetzt jedoch wieder in den Winterschlaf verfällt, steht die Jagd nach dem besten Käsekuchen in der Stadt wieder ganz oben auf meiner Liste. Meine Nummer 1 ist im Moment noch immer das A. Horn (knuspriger Boden, cremige Füllung und oben drauf eine Schicht selbstgemachter Beerenkonfitüre), dicht gefolgt vom Five Elephant (ein noch kusprigerer Boden, eine tolle cremige Füllung, aber ich vermisse einen herben Gegengeschmack, der das Ganze abrundet). Nach einigen Nachforschungen, die ich betrieben habe, weiß ich, dass ich in diesem Herbst definitiv das Princess Cheesecake, das sich irgendwie spezialisiert zu haben scheint, und Katie’s Blue Cat ausprobieren muss. Das Spiel kann beginnen!

Käsekuchen - Central Berlin - A.Horn
Der beste Käsekuchen in Berlin (bisher): A. Horn. Quelle: Daphne Damiaans.

  • Café A. Horn: Carl-Herz-Ufer 9, Kreuzberg
  • Five Elephant: Reichenberger Straße 101, Kreuzberg
  • Princess Cheesecake: Tucholskystraße 37, Mitte
  • Katie’s Blue Cat: Friedelstraße 31, Neukölln

Draußen die Farben genießen

Der Weg zum Supermarkt war im letzten Herbst schon eine ziemliche Herausforderung. Rote Blätter, gelbe Blätter, orangefarbene Blätter – ich konnte einfach nicht aufhören, die Bäume zu fotografieren und gefallene Blätter aufzusammeln. Im Ernst, ich war schließlich selbst etwas genervt und hatte keine Idee, was ich mit all den riesigen Blättern in meiner Wohnung machen sollte. Tatsache ist jedoch, dass Berlin im Herbst atemberaubend schön ist. Jede Straße verwandelt sich in ein kleines Herbstgemälde. Und jetzt, da die Sonne ihre letzte Energie aufbietet, um alles zu erleuchten, gibt es keinen besseren Moment, als jetzt einen langen Spaziergang zu machen – auch wegen des besagten Käsekuchens.

Wer sich nicht weit von zu Hause wegbewegen möchte, kann einfach in einen nahegelegenen Park gehen. Zum Beispiel im Volkspark Friedrichshain auf den Berg, und sofort wird sich ein Herbst-Feeling einstellen. Wenn ich das Gefühl habe, dass ich es mir nicht ganz so einfach machen und etwas mehr in meinen Spaziergang investieren sollte, dann gehe ich an den Landwehrkanal in Kreuzberg. Die Gebäude entlang dieses Kanals gehören zu den schönsten in Berlin, und es ist außerdem ein toller Ort, um Herbstfarben zu bestaunen und den Leuten zuzuschauen – und bis zum Five Elephant, Katie’s Blue Cat und Café A. Horn (die tatsächlich direkt am Kanal liegen) sind es nur ein paar Schritte. Oder doch auf der Suche nach mehr Natur? Dann steig in die U-Bahn oder S-Bahn, um etwas nach Norden, Osten, Süden oder Westen zu fahren, und bevor man sich versieht, könnte die Stadt nicht weiter weg sein. Im Grunewald (im Südwesten Berlins) und bei den vielen Seen um Erkner herum (im Südosten von Berlin) gibt es großartige Möglichkeiten, um spazieren zu gehen.

Haus am Kanal Kreuzberg - Central Berlin
Die Gebäude am Landwehrkanal entlang sind zu dieser Jahreszeit noch schöner. Quelle: Daphne Damiaans.

Volkspark Friedrichshain im Herbst - Central Berlin
Der Volkspark Friedrichshain wird gelb. Quelle: Daphne Damiaans.

  • Volkspark Friedrichshain: U5 Strausberger Platz, 5-10 Fußweg Richtung Norden.
  • Landwehrkanal: U1 Prinzenstraße, dann etwa 3 Minuten Fußweg Richtung Süden.
  • Grunewald: Visit Berlin – hier wird ein wunderschöner Herbst-Spaziergang durch den Grunewald angeboten.
  • Erkner: RE1 und S3 Erkner, dann zu Fuß in östlicher Richtung gehen.

Es sich im Kino gemütlich machen

Das ist etwas, was ich in Berlin bisher nicht auch nur annähernd oft genug gemacht habe. Es gibt so viele schöne Kinos in der Stadt – und ich habe mir vorgenommen, in diesem Herbst einige mehr davon zu besuchen. Ich bin allerdings nicht jemand, der einfach in ein Kino geht und auf gut Glück Karten für den nächsten Film kauft. Falls du es noch nicht wusstest: Wenn man in Deutschland die Originalversion von Filmen sehen möchte und keine synchronisierten Versionen, muss man die Augen aufhalten. Man sollte immer auf den Zusatzvermerk ‘OV’ (Originalversion) oder OMU (Original mit Untertiteln) achten, sonst könnte man einen sehr, sehr langen Abend im Kino vor sich haben.

Selbst innerhalb von einem kleinen Radius von meiner Wohnung gibt es jede Menge Optionen. Mein persönliches Lieblingskino ist natürlich das Kino International in der Karl-Marx-Allee, nur wenige Minuten von meiner Wohnung entfernt. Es wurde 2 Jahre nach dem Mauerbau eröffnet und hat noch immer ein sehr elegantes 60er Jahre Interieur. Wer es etwas intimer mag, kann sich etwas tiefer in Friedrichshain hinein zum B-ware! Ladenkino begeben. Ein Kino könnte nicht mehr Berlin sein als dieses: Es ist Bar, Café, Cinethek und Filmtheater in einem – und der richtige Ort, um sich wirklich einzigartige Art-House-Filme anzusehen. Im Prenzlauer Berg gibt es das Filmtheater am Friedrichshain, das 1925 eröffnet wurde und allein schon wegen des erstaunlichen Gebäudes einen Besuch wert ist.

  • Kino International: Karl-Marx-Allee 33, Mitte
  • B-ware! Ladenkino: Gärtnerstraße 19, Friedrichshain
  • Filmtheater am Friedrichshain: Bötzowstraße 1-5, Prenzlauer Berg

Sich am Feuer aufwärmen

Ja, mit einem Bier oder einem Glas Weißwein in der Sonne zu sitzen und den Leuten zuzuschauen, die vorbeigehen, ist ein Genuss. Und mit etwas Glück kann man das im Oktober oder November immer noch tun, und sei es, indem man sich vielleicht eine Decke über die Beine legt. Aber was ich noch mehr liebe, ist, eine kuschelige Ecke in einer Kneipe oder Bar zu finden, mir ein Craft Beer oder ein Glas Rotwein zu bestellen und mich aufzuwärmen, während der Regen und Wind draußen ihr eigenes Spiel spielen.

Noch besser ist es, wenn es einen offenen Kamin gibt, etwas, wovon ich nur träumen kann, es einmal in meinem eigenen Haus zu haben. So eine tolle Wärme finde ich jetzt einstweilen im Café am Neuen See, inmitten des vielen Grüns im riesigen Park Tiergarten gelegen. Käsefondue und ein offenes Feuer stehen im Linda Carell auf der Karte, zusammen mit holländischen (go Holland!) und belgischen Bierspezialitäten. Oder eher Lust auf etwas mehr Französisches? Eine meiner besten Entdeckungen im letzten Winter war das Crêplala, eine Crêperie in einem absolut süßen kleinen Haus und natürlich mit einem Kaminofen.

  • Café am Neuen See: Lichtensteinallee 2, Tiergarten
  • Linda Carell: Rhinower Straße 3, Prenzlauer Berg
  • Crêplala: Kantstraße 85A, Charlottenburg