Es ist angerichtet

Am und um den Strausberger Platz gibt es eine kulinarische Szene, die von Geheimtipp bis zum Szenetreff reicht. Überraschend und vielfältig.

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Quelle: Osawa /photocase.de

Auf der kleinen Terrasse stehen zwei Tische. Drumherum: grün. Ein Ort der Stille. Moment? Haben wir uns verlaufen? Mitnichten. Die andere Seite des Strausberger Platzes ist genauso. Während an der Allee der Verkehr fließt, sitzen die Gäste des Lotos Café in einer anderen Welt. Das Café gehört zum buddhistischen Verein. Aber niemand muss sich in einen orangefarbenen Pali wickeln, um sich hier zu entspannen. Stattdessen gibt es hier eine der sensationellsten vegetarischen Küchen Berlins. Unprätentiös, bodenständig und nur mit frischen Produkten aus der Region, ausschließlich in Bio-Qualität. Steinpilzbandnudeln mit gebratenen Champignons und Kürbis in Rosmarinsahne zum Beispiel. Hier sind keine Überzeugungsvegetarier am Start, sondern ein Küchenteam, das einfach Lust hat, lecker zu kochen. Ach ja: Drinnen sitzen kann man natürlich auch. Es ist nicht grade ein Designtempel, aber freundlich.

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Quelle: jala / photocase.de

Mit ein bisschen mehr Wumm hat sich das A mano etabliert. Die Location am Strausberger Platz 2 war zuvor ambitioniert, aber schlecht bespielt. Als letztes fuhr ein Molekularkoch den Laden an die Wand. Den Nachbarn tat das leid, gleichzeitig war die Freude groß, als das a Mano mit gehobener italienischer Küche vor rund drei Jahren eröffnete. Weißes Leinen, rote Stoff(!)servietten – perfekt eingedeckte Tische, im Sommer auch auf der großen Terrasse, beschattet von dem riesigen Ahornbaum, ein kleiner roter Teppich und immer frische Blumen – das Ambiente, gerade abends, wenn draußen die Windlichternden Weg weisen – ist liebevoll dekoriert und die Karte nahezu perfekt. Vom Business Lunch bis hin zum Gänge-Menü: sempre italiano. Das auf der anderen Seite gelegene Vesuvio ist die legere Variante, bodenständiger, rustikaler und bei den Bewohnern beliebt, um sich abends schnell eine wirklich gute Pizza abzuholen.

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Quelle: cydonna – photocase.de

Es gibt natürlich auch Ausfälle zu verbuchen. Das HuaTing verschreckt ehrlich gesagt mit einer Karte, die rund hundert Positionen beinhaltet. Man ahnt Convenience-Food, man wittert Glutamat. Es gibt Alternativen, denn Asia Fans kommen im unweit gelegenen Curcuma auf ihre Kosten.

Ausfall die Zweite: Auch beim Haus Berlin in der Nummer Eins gibt es, was die Speisen angeht, sicherlich Verbesserungsmöglichkeiten. Lecker Bier auf der Terrasse mit Blick auf den Fernsehturm ist trotzdem zu empfehlen.

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Quelle: jala / photocase.de

Aber vielleicht ist der geneigte Autor auch einfach zu anspruchsvoll…. Aber auf der gegenüberliegenden Seite des Platzes ist ein Bio-Laden, der für Berliner Verhältnisse (siehe Anspruch des Autors) gute Brötchen macht, die in einer kleinen Nische vor Ort und mit Kaffee verzehrt werden können. Das ist übrigens aktuell ein Malus vor Ort. Falls also ein Gastronom hier mitliest: wir, die Strausberger Platz Bewohner, wünschen uns ein Kaffee ante portas. In aller Offenheit ist das natürlich Jammern auf höchstem Niveau. Denn nur fünf Minuten per pedes lockt der Volkspark Friedrichshain nicht nur mit opulentem Grün, nein, rund um das Café Schönbrunn, das in Wirklichkeit ein hervorragendes Restaurant ist, hat sich ein Gastro-Highlight etabliert. Das Schönbrunn im Zentrum, mit österreichischer Küche, großem Biergarten und einer entzückenden kleinen Karte, besticht mit Charme – dazu laden 50er Jahre Terrassenmöbel mit knallroten Sitzkissen ein. Das übrigens, zeichnet das gesamte Gastronomie am und in der Nähe des Strausberger Platzes aus: Man fühlt sich willkommen.

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