Geschichte in der Hauptrolle: Die DDR in Film und Fernsehen

Die DDR und Filme – wenn die Rede davon ist, geht es in der Regel um eine von zwei Möglichkeiten: entweder um die Filme, die die DDR im Rückblick beleuchten, oder um Filme, die zur Zeit der DDR entstanden. Dort wurde kurz nach dem Krieg wieder damit begonnen Filme zu drehen. Einer der ersten war im Jahr 1946 „Die Mörder sind unter uns“ mit Hildegard Knef. Der Film handelt von einem ehemaligen Militärchirurg und einer KZ-Überlebenden und gilt als erster deutscher Trümmerfilm. Das sind Werke, deren Handlung in den Ruinen der zerstörten Städte spielt und die sich kritisch mit dem Krieg beschäftigen. Im selben Jahr wurde die Deutsche Film AG DEFA gegründet, das volkseigene Filmunternehmen der DDR. Unter ihrer Regie entstanden zwischen 1946 und 1990 rund 700 Spielfilme, 750 Animationsfilme und 2.250 Dokumentar- und Kurzfilme. Sie sind zum Teil erheblich geprägt vom sozialistischen Gedankengut der SED, da alle Filme der Film-Kommission zur Genehmigung vorgelegt werden mussten.

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Quelle: PNetzer / photocase.de

Aus einem anderen Blickwinkel beleuchten diejenigen Filme die DDR, die nach dem Mauerfall entstanden. Viele betrachten kritisch, manche auch mit Humor das Leben und den Alltag zu dieser Zeit. Wir stellen Ihnen hier eine Auswahl an Komödien und Tragikomödien vor.

• “Bornholmer Straße”
Die Bornholmer Straße war der Grenzübergang, der in der Nacht des 9. November 1989 als erstes geöffnet wurde. Die Tragikomödie von Regisseur Christian Schwochow aus dem Jahr 2014 zeigt die turbulenten letzten Stunden vor dem Fall der Berliner Mauer. Das Drehbuch basiert auf den tatsächlichen Ereignissen dieser Nacht. Die Hauptfigur des Films ist der Kommandant Harald Schäfer, der entscheiden muss, ob er die Grenze öffnet und schlussendlich den Befehl dazu gibt.

• “Sonnenallee”
Die Komödie beleuchtet das Leben von Ost-Berliner Jugendlichen in den 1970er Jahren. Der Film entstand 1999 unter der Regie von Leander Haußmann und erzählt die Geschichte von zwei Jungen, die kurz vor dem Abitur stehen und sich mit den Problemen des Erwachsenwerdens und ihrer Zukunft in der DDR auseinandersetzen müssen. Die Sonnenallee ist eine Straße in Berlin-Neukölln, an deren südlichen Ende sich während der Teilung ein Grenzübergang befand.

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Quelle: dommy.de / photocase.de

• “Goodbye, Lenin”
Die Tragikomödie „Good Bye, Lenin!“ spielt in Ost-Berlin. Sie wurde 2003 erstmals gezeigt und entstand unter der Regie von Wolfgang Becker. Die Hauptfigur Christine ist eine glühende Anhängerin der DDR und bekommt einen Herzinfarkt, nachdem sie sieht, wie ihr Sohn bei einer Demonstration verhaftet wird. Nachdem sie aus dem Koma erwacht – die Mauer ist inzwischen gefallen – raten die Ärzte ihr, jede Art von Aufregung zu vermeiden. Ihr Sohn will ihr deshalb die Nachricht vom Mauerfall nicht zumuten und spielt ihr vor, die DDR existiere immer noch.

• “NVA”
Die Komödie von Leander Haußmann karikiert das Leben in der Nationalen Volksarmee (NVA) in den letzten Jahren der DDR. Im Mittelpunkt stehen die beiden Rekruten Henrik und Krüger, die immer wieder mit den Offizieren aneinander geraten und von anderen Soldaten schikaniert werden. Der Film endet mit dem Fall der Mauer und der Auflösung der NVA.

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Quelle: complize / photocase.de

• “Das Leben der Anderen”
In dem kritischen Spielfilm von Florian Henckel von Donnersmarck aus dem Jahr 2006 wird der Stasi-Hauptmann Gerd Wiesler in Ost-Berlin damit beauftragt, einen Theaterschriftsteller zu observieren, um belastendes Material über ihn zu sammeln. Das Werk beleuchtet die Kunst- und Kulturszene in der DDR und die Überwachungsmechanismen der Stasi, deutet aber auch an, dass es zu einer Versöhnung zwischen Tätern und Opfern kommen kann.

• “Jenseits der Mauer”
Jenseits der Mauer ist ein deutscher Fernsehfilm, der 2009 produziert wurde. Ein Ehepaar versucht darin, mit seinen beiden Kindern die Grenze zu überqueren. Als die Familie erwischt wird, lassen die Eltern sich auf einen Handel ein. Sie können mit ihrem Sohn ausreisen, wenn sie ihre Tochter zurücklassen. Das Mädchen wird schließlich von einer Familie aus der DDR adoptiert. Der Film endet mit dem Fall der Mauer, als das Ehepaar seine Tochter wiedersehen kann.

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Quelle: nurmalso / photocase.de

• “Die Frau vom Checkpoint Charlie”
„Die Frau vom Checkpoint Charlie“ ist ein zweiteiliger Fernsehfilm von Regisseur Miguel Alexandre. Er schildert die Geschichte der Aktivistin Jutta Gallus, die nach einem Fluchtversuch von ihren Töchtern getrennt und inhaftiert wird. Nachdem sie von der Bunderegierung freigekauft wird, kämpft sie darum, ihre Töchter wiedersehen zu können.

• “Weissensee”
„Weissensee“ ist eine Fernsehserie, die seit 2010 unter der Regie von Friedemann Fromm entsteht. Sie spielt in den 1980er Jahren in Ost-Berlin. Es geht um die Liebe zwischen Martin Kupfer, der aus einer regimetreuen Familie stammt, selbst jedoch nicht der Partei nahesteht und Julia Hausmann, deren Mutter als Sängerin kritische Lieder über die DDR aufführt. Die Beziehung zwischen Kupfer und Hausmann stürzen beide Familien ein einen Konflikt.