Kulinarische Zeitreise in die DDR

Knapp 25 Jahre nach dem Mauerfall gibt es sie noch: Produkte und Speisen aus der DDR, die bis heute verkauft werden und sich großer Beliebtheit erfreuen.

Wer kennt zum Beispiel nicht den süffigen Schaumwein mit dem Namen einer Märchenfigur: Der Sekt der Marke Rotkäppchen. Was bei vielen Verbrauchern vielleicht nicht (mehr) so bekannt ist: Die Marke war bis zur Wiedervereinigung in der DDR ein Musterbetrieb unter dem Namen VEB Rotkäppchen Sektkellerei und einer der erfolgreichsten Sekthersteller in der DDR. Mit der politischen Wende brach zunächst der Umsatz ein, erst Mitte der Neunziger Jahre kam die Trendwende. Rotkäppchen Sekt ist seitdem bei keinem feierlichen Anlass mehr wegzudenken.

Geboren aus der Not heraus

Ebenfalls bekannt ist der nussige Brotaufstrich der Firma Nudossi. In den siebziger Jahren startete die Süßwarenfabrik, die zuvor hauptsächlich Pralinen und Kakaoerzeugnisse herstellte, mit der Produktion des Brotaufstriches. Allerdings war dieses Produkt zunächst aus der Not geboren. Denn bis heute charakteristisch ist der hohe Nussanteil des Aufstrichs. Hintergrund war, dass Haselnüsse in der DDR preiswerter waren als künstliche Aromen. In der DDR stieß der Brotaufstrich dennoch auf großes Interesse. Mit der Wende wurden die Produktionswerke geschlossen, vorerst war Schluss mit der süßen Verführung. Mitte der Neunziger lief die Produktion wieder an. Mittlerweile ist das Produkt wieder so erfolgreich, dass fast sechs Tonnen täglich des Nutella Konkurrenten produziert werden.

OSTPRO – die Kultmesse für Ostprodukte

Die hier genannten Marken sind nur zwei Beispiele aus einer Vielzahl von DDR-Produkten, die sich bis in unsere Zeit erhalten haben. Das Sortiment der DDR-Produktpalette, das noch bis heute unsere Supermarktregale füllt, reicht von Knäckebrot, Senf und Schokolade bis hin zu Textilien. Vielleicht probieren Sie zum nächsten Frühstück einmal das gute Thüringer Pflaumenmus, ebenfalls ein typisches Ostprodukt. Vielleicht löschen Sie aber auch beim nächsten Sommerpicknick Ihren Durst mit der seit 1957 abgefüllten Vita Cola als erfrischender Ersatz zur Coca Cola. Beliebt in ganz Deutschland sind auch diese Ostprodukte: Bautz‘ner Senf, Spreewald Gurken, Filinchen Knusperscheiben oder aber Fit-Spülmittel.

Wer einmal alle diese Produkte auf einmal erleben, testen oder probieren möchte, ist auf der OSTPRO richtig. Diese Messe findet einmal jährlich in Berlin statt, aber auch in anderen Städten wie zum Beispiel Dresden oder Potsdam. Hier präsentieren über 150 Unternehmen aus den neuen Bundesländern ihre Produkte, darunter auch ehemalige DDR-Produkte. Die nächste Messe findet in Berlin vom 16. bis 18. Oktober im Velodrom statt.

Speisen wie zu Ost-Zeiten

Wer lieber gleich ein ganzes Menü im authentischen Ambiente verzehren möchte, ist in Berlin am richtigen Ort. Gleich mehrere Lokale bieten DDR-typische Gerichte an. Zum Beispiel bietet Das Design Restaurant (DDR) Volkskammer spezielles Ost-Berliner Flair. Im authentischen Plattenbau kann man es sich bei Würzfleisch, Soljanka oder einem deftigen Jägerschnitzel gut gehen lassen. Zu finden ist das Restaurant Volkskammer in der unmittelbaren Nähe des Ostbahnhofs in der Straße der Pariser Kommune 18b in Berlin-Friedrichshain. Direkt am Volkspark Friedrichshain findet man zudem in der Speisegaststätte PILA ostalgisches Ambiente und typisch ostdeutsche DDR-Gerichte.

Fast über 25 Jahre ist es nun her, dass Ost- und Westdeutschland wiedervereinigt wurden. Wer gerne einmal wissen möchte, wie das Leben in Ostdeutschland so geschmeckt hat, sollte beim nächsten Einkauf bei den Ostprodukten zugreifen oder in ein ostalgisches Restaurant einkehren. Wir wünschen Guten Appetit!