Mehr Museen als Regentage

Erinnerst du dich noch an meinen Blogbeitrag, den ich vor einigen Wochen geschrieben habe? Über den Sommer, der in Berlin angekommen ist, und über die vielen Möglichkeiten zum Abkühlen? Nun, die beste Erfrischung kam letzte Woche vom Himmel: Regen. Sehr viel Regen. Immer wieder Regen. Nichts als Regenschauer, gefolgt von heftigen Regengüssen oder Nieselregen. Ein verdrießliches Wetter, besonders für die Touristen, die in ihren Shorts und auf Fahrrädern mit dem Wetter zu kämpfen hatten. Aber die gute Nachricht ist: Berlin hat mehr Museen (180) als Regentage (106)! Und das sind meine Lieblingsmuseen – im Moment zumindest.

Computerspielemuseum 

Wo sollte ich auch anders beginnen, als in der Karl-Marx-Allee? Hier würde man vielleicht ein Museum über die Geschichte der Straße erwarten, aber nein: es ist das erste und einzige Museum in ganz Europa (oder zumindest behaupten sie das), das ausschließlich Computerspielen gewidmet ist. Egal, ob du 15 oder 50 bist, du wirst mit Sicherheit Computerspiele finden, mit denen du selbst gespielt hast – oder noch spielst. Das Museum ist natürlich vollständig interaktiv und man kann alle berühmten und weniger berühmten Spiele selbst vor Ort spielen. Hat jemand Lust auf ein Spiel mit Super Mario auf dem Nintendo 64?

Und das darfst du nicht verpassen: die PainStation, ein Spielgerät, das im Vergleich zu anderen noch für ein etwas intensiveres Spielerlebnis sorgt.

Karl-Marx-Allee 93A, Friedrichshain

Museumswohnung – historische Wohnung in der DDR 

Wenn man in die Geschichte der DDR eintauchen möchte, gibt es jede Menge Möglichkeiten. Das facettenreiche DDR Museum, aber auch das Stasi-Museum, ein Trabi-Museum und das Gefängnis in Hohenschönhausen. Am besten nachempfinden, wie das Leben in der DDR war, kann man, wenn man die Museumswohnung weit im Osten Berlins besucht. Sobald man die Eingangstür öffnet, ist man wieder in der DDR, weil alles in dieser Wohnung original ist. Sich aufs Bett setzen, etwas Musik hören und etwas kochen. Es ist ein einmaliges Erlebnis, um zu erfahren, wie das Leben vor etwa 30 Jahren war.

Und das darfst du nicht verpassen: die Schubladen aufzuziehen und die Schränke zu öffnen, denn dort warten neue Überraschungen auf dich.

Hellersdorfer Straße 179, Hellersdorf
Nur an Sonntagen von 14.00 – 16.00 geöffnet

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Eines der vielen Details der Museumswohnung. Quelle: Daphne Damiaans

C|O Berlin – Ausstellungshaus für Fotografie

Von Hellersdorf tief im Osten Berlins nun in den Westen der Stadt: Fotografie-Liebhaber sollten definitiv das C|O Berlin im Amerika Haus in Charlottenburg besuchen (das bis 2006 ein Institut war, das die Deutschen über die Kultur und das Leben in den USA informierte). Das Ausstellungshaus zeigt jedes Jahr bis zu 15 wechselnde Ausstellungen. Im letzten Jahr war ich dort, um mir die Werke des niederländischen Fotografen Anton Corbijn anzusehen. Sehr beeindruckende Schwarz-Weiß-Fotos, und das Gebäude und die Präsentation der Ausstellung trugen sehr dem beeindruckenden Erlebnis bei. Schau dir auf ihrer Website an, was es in diesem Jahr zu sehen gibt.

Und das darfst du nicht verpassen: Adam Jeppesen . Out of Camp (16.07.2016 bis 25.09.2016). Die Ausstellung dokumentiert die 487 Tage dauernde Reise, die Jeppesen allein unternahm und ihn vom Nordpol bis in die Antarktis führte.

Hardenbergstraße 22, Charlottenburg

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Die Anton Corbijn Ausstellung im C|O Berlin. Quelle: Daphne Damiaans

Naturkundemuseum – Museum für Naturkunde

Dies ist eines der berühmtesten Museen Berlins, auch wenn es sich nicht auf der Museumsinsel befindet. Dort gibt es Dinosaurierskelette, Ausstellungen über unser Sonnensystem und ausgestopfte Tiere, die jeden Moment lebendig werden zu scheinen – darunter auch der so beliebte Eisbär Knut. Das letzte Mal, als ich das Museum besuchte, ging ich dort mit einem Cocktail in der Hand umher – nicht wegen meines Alkoholproblems, sondern wegen der Museumsnacht – und das machte dieses Erlebnis umso beeindruckender. Ich muss aber bald wieder hingehen, weil jemand Neues eingezogen ist: Tristan, ein 4 Meter hoher und 12 Meter langer Tyrannosaurus rex (T-Rex).

Und das darfst du nicht verpassen: auf dem Rücken liegend eine Reise durch Zeit und Raum zu machen, beginnend mit dem Urknall; entspannend und lehrreich zugleich.

Invalidenstraße 43, Mitte

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Jede Menge Tiere im Naturkundemuseum. Quelle: Daphne Damiaans

Ein paar Fakten über Museen in Berlin

  • Berlin hat rund 180 Museen, die berühmtesten befinden sich auf der Museumsinsel (Pergamonmuseum, Alte Nationalgalerie und andere)
  • Es gibt auch ein Currywurst Museum, ein Gaslaternen-Freilichtmuseum, ein Lippenstiftmuseum, ein Hanfmuseum und viele, viele mehr
  • Bei der alljährlichen Langen Nacht der Museen, die in diesem Jahr am 27. August stattfindet, kann man mit einem einzigen Ticket über 70 davon besuchen – wie auch viele verschiedene Workshops und Partys

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Die Museumsinsel bei der Museumsnacht im letzten Jahr. Quelle: Daphne Damiaans

  • 2015 besuchten fast 3,8 Millionen Menschen die Museen Berlins, 2,4 Millionen davon Museen auf der Museumsinsel
  • Das Pergamonmuseum begrüßte die meisten Besucher (750.000), gefolgt vom Neuen Museum (726.000).

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Nicht wie in einem Museum: das Gaslaternen-Freilichtmuseum. Quelle: Daphne Damiaans