Safari Feeling in der Nähe vom Strausberger Platz

Was der Zoologische Garten für den Westteil der Hauptstadt ist, das ist in Ost-Berlin der Tierpark Friedrichsfelde. Nur zehn Minuten mit der U-Bahn Linie U5 vom Strausberger Platz entfernt, befindet sich der Besucher inmitten des herrlichen Landschaftsgartens des mit knapp 160 Hektar Gesamtfläche größten Tierparks Europas.

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Quelle: Anna Omelchenko – shutterstock.com

Im Gegensatz zu seinem Westberliner Pendant in Charlottenburg blickt der Ostberliner Tierpark auf eine vergleichsweise junge Geschichte zurück, die vor 61 Jahren während der Teilung Berlins ihren Anfang nahm: 1954 beschloss die DDR ein passendes Gegenstück zum Zoologischen Garten zu gründen und entschied sich, den ehemaligen Park des Schlosses Friedrichsfelde zu einem eigenen Tierpark auszubauen.

Vom Schloss zum Tierpark

Der preußische Landschaftsarchitekt Peter Joseph Lenné hatte im 19. Jahrhundert den Park um das Schloss im Stil eines englischen Landschaftsparks angelegt. Diese Grundstruktur blieb bei der Umgestaltung zum Tierpark weitgehend erhalten. Zwar überstanden die Parkanlagen mit dem im 17. Jahrhundert errichteten Schloss den Zweiten Weltkrieg relativ unbeschadet, wurden bis 1954 jedoch kaum gepflegt. Dies änderte sich erst im Zuge des Ausbaus zum Tierpark. Dabei wurde das Schloss von Anfang an in das gestalterische Gesamtkonzept integriert.

Bis zur erfolgreichen Eröffnung des Parks galt es allerdings noch einige Herausforderungen zu meistern. Eine davon war der Ankauf exotischer Tiere, der sich als äußerst kostspielig herausstellte. Erst durch das Sammeln von Spenden aus der Bevölkerung konnte schließlich ein nennenswerter Tierbestand angeschafft werden. Ähnlich verhielt es sich mit den umfassenden Baumaßnahmen, die nur durch den tatkräftigen Einsatz der Berliner Bevölkerung umgesetzt werden konnten. Dies mag der Grund sein, warum viele Ost-Berliner eine ganz besondere Beziehung zu „ihrem“ Tierpark pflegen. Nicht zuletzt dank zusätzlicher Spenden aus anderen deutschen und internationalen Zoos, konnte der Tierpark im Juli 1955 feierlich eröffnet werden.

Internationales Kleinod im Berliner-Osten

Die Entwicklung des Parks war damit jedoch noch nicht abgeschlossen. So wuchs etwa der Tierbestand seit der Eröffnung von ca. 400 Tieren auf heute etwa 8.700 Tiere an. Neben Giraffen, Hirschen, Krokodilen, Affen, Bisons und Geparden gibt es auch zahlreiche Kunstwerke und Skulpturen aus den verschiedenen Kunstepochen zu besichtigen. Das Schloss Friedrichsfelde bietet darüber hinaus regelmäßig Konzerte und Veranstaltungen im historischen Ambiente. Für ganz besondere Anlässe lässt sich das Schloss auch privat mieten.

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Quelle: Annette Shaff – shutterstock.com

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Quelle: Galyna Andrushko – shutterstock.com

Wenn Sie also das nächste Mal in der Nähe vom Strausberger Platz sind, dann sollten Sie es sich nicht entgehen lassen, den Tierpark Friedrichsfelde zu besuchen. Denn hier erwartet Sie nicht nur ein ganz normaler Zoo, sondern auch ein Stück DDR-Geschichte.