„Masse und Klasse“- Reklame und Gebrauchsgrafik in der DDR

Reklame und DDR – Wie passt das zusammen? Ganz gut eigentlich wie zahlreiche Beispiele und eine aktuelle Ausstellung in Berlin belegen. Denn auch im realexistierenden Sozialismus gab es Produktwerbung und auch in der DDR fand man sie an jeder Ecke. Sie prangte von Litfaßsäulen, lief im Radio und im Fernsehen und war dennoch zurückhaltend in ihrer Anzahl und Aufmachung. Trotz Mangelwirtschaft und politischer Zensur erfanden haben findige Werbetexter, Grafiker und Designer innovative Reklameplakate und ansprechende Produktverpackungen gestaltet. Viele der bis heute überlieferten Beispiele fanden sogar höchste Anerkennung im westlichen Ausland. Während die Werbung im Westen oftmals versuchte, mit greller Aufmachung Kunden für bestimmte Produkte zu locken, gab sich die Werbung und Aufmachung von Produkten und Zeitschriften im Osten zurückhaltender. Kein Wunder eigentlich, denn ihre Aufgabe war es nicht, die Konkurrenz durch die schrillste und exotischste Idee zu übertrumpfen. Ziel war es, auf die Kunden pädagogisch einzuwirken und Ladenhüter und Überproduktionen loszuwerden.

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