Utopia inmitten von Berlin

Die Sonne scheint auf grüne Fassaden und wirft ihr Licht auf die vielen Solarpaneele der Karl-Marx-Allee, mit denen die Bewohner ihren eigenen Strom erzeugen. Lautlos gleitet die Hochbahn über die Trassen und bringt die Bewohner von A nach B. Wer durch die Straße geht, fühlt sich wie in einem schönen, grünen Utopia mit zukunftsweisender Architektur und viel urbaner Natur –  und das alles inmitten von Berlin.

Wenn das Projekt „Morgenstadt“ des Fraunhofer Institutes zur Wirklichkeit wird, könnte die Karl-Marx-Allee im Jahr 2035 bereits so aussehen:

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Das Projekt „Morgenstadt“ auf der Berliner Karl-Marx-Allee
Quelle: Fraunhofer

In Berlin dient für das Projekt „Morgenstadt“ die Karl-Marx-Allee als Vorbild, doch das Projekt beschränkt sich keineswegs auf nur eine Stadt. Architekten und Wissenschaftler haben es sich zur Aufgabe gemacht, das Leben künftig in weltweiten Metropolen lebenswerter zu gestalten.

Was die Zukunft für uns bereit hält

Geht es nach den Architekten und Wissenschaftlern, so sieht die „Stadt der Zukunft“ vor, dass jeder Bewohner Arbeit hat, für alles nur kurze Wege benötigt und Freizeit wird einen hohen Stellenwert einnimmt. Eine Stadt, in der die individuellen Lebens- und Arbeitsvorstellungen eines jeden Platz finden und die von Partizipation und Mitbestimmung gekennzeichnet ist.

Die CO2-neutral und energieeffizient ist und deren Strom aus erneuerbaren Energien dezentral von den Bewohnern hergestellt wird. Auf deren Flachdächern wir Gärten und Grünanlagen finden, die das städtische Klima verbessern und gleichzeitig das Wohlbefinden der Bewohner steigert.

Berlin ohne Verkehrsstau? Auch das sei laut den Wissenschaftlern und schon bald möglich. Denn die futuristische Hochbahn mit ihren parallel laufenden Trassen wird nicht nur die U-Bahn ersetzen, sondern kann auch von Autos mit Elektromotoren genutzt werden.

Warum wir gerade jetzt an morgen denken

Das Großstadtleben war schon immer durch Pluralität und Innovationskraft geprägt. Doch die Rasanz der Technologien hat ein ungekanntes Ausmaß angenommen. Hinzu kommt das schnelle Wachstum, denn schon bald werden fast fünf Milliarden Menschen in den Metropolen der Welt leben. Und das stellt Städteplaner vor neue Herausforderungen, denn demografischer Wandel, Knappheit von Ressourcen und Klimawandel verschärfen den Bedarf nach neuen städtischen Konzepten.

Die Schlagworte für die „Stadt der Zukunft“: Nachhaltigkeit, Resilienz und Wand-lungsfähigkeit. Städte müssen künftig in der Lage sein, nicht nur energieeffizient zu funktionieren, sondern vor allem auch widerstandsfähig zu sein. Die große Heraus-forderung dabei: trotz Schutzfunktion für ihre Bewohner müssen Städte auch wand-lungsfähig bleiben.

Damit „Morgenstadt“ schon bald Wirklichkeit sein kann, müssen die technologischen Rahmenbedingungen umfassend in das städtische Leben integriert werden. Aus diesem Grund gibt es auch die „Hightech-Strategie 2020“ der deutschen Bundesregierung. Sie ist die erste übergreifende nationale Innovationsstrategie, die das Ziel verfolgt, Deutschland auf dem Weg zum Innovationsführer in Europa und der Welt voranzubringen. Und eben dieses Ziel wird von der „Morgenstadt-Initiative“ der Fraunhofer Gesellschaft unterstützt.

Wir bleiben gespannt, was das Großstadtleben für uns parat halten wird und träumen bis dahin von einem Utopia in Berlin…mit einer futuristischen Karl-Marx-Allee.